#1: Gastkommentar zum Wiener Podcast urbekannt über das Thema der Wiener Fundraiser*innen

#1: Gastkommentar zum Wiener Podcast urbekannt über das Thema der Wiener Fundraiser*innen

von Anna Stelzl

Fundraising – sind das nicht die in bunten Farben gekleideten Menschen, die auf der Straße energisch und fast schon penetrant versuchen, dich zu stoppen und dich dazu zu bekommen, dass du für eine NGO spendest und im besten Fall sogar ein Spenden-Abo abschließt?!
Ist Fundraising also nicht einfach ein anderer Ausdruck für „Geldeintreiberei“ oder gar Betteln?
Durch die letzten vier Folgen von urbekannt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einzelne Personengruppen Wiens zu betrachten, weiß ich, es ist nicht ganz so schwarz oder weiß, wie es auf den ersten Blick wirken mag.

Was ich durch urbekannt zum Thema Fundraising weiß:

  • Fundraising findet nicht nur auf unseren Einkaufsstraßen oder vor unseren Haustüren statt, sondern auch online über Soziale Medien oder „old school“ mit dem Spendenbrief.
  • NGOs betreiben Fundraising nicht mit dem Ziel „lästig“ zu sein, sondern weil sie in erster Linie über ihre Taten informieren wollen und weil sie wirklich auf die Spenden durch das Fundraising angewiesen sind – u.a., weil der Staat die Sozialabgaben jährlich kürzt.
  • Fundraising wird in den meisten Fällen nicht von den NGOs selbst betrieben, sondern lauft über sogenannte Fundraising-Agenturen, die auch das Recruiting und die Schulung des Personals (=WerberInnen) übernehmen.
  • NGOs, die das Spendensiegel des Fundraising Verband Austria besitzen, kann man vertrauen.
  • ÖsterreicherInnen spenden derzeit jährlich ca. 650 Mio. Euro – Tendenz steigend. Am häufigsten gespendet wird für Kinder und Tiere.
  • Die WerberInnen, die wir auf der Straße sehen, machen ihren Job in den wenigsten Fällen des Geldes wegen, sondern vielmehr, weil sie sich wirklich mit den Tätigkeiten der NGO identifizieren und dieser helfen wollen, finanzielle Mitteln aufzutreiben.

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Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und natürlich hängt die Qualität und die Art und Weise, wie uns WerberInnen im alltäglichen Leben begegnen, von vielen verschiedenen Faktoren wie der Qualität der vorangegangen Schulung durch die Fundraising-Agenturen, dem vorgegebenen Gesprächsleitfaden der NGOs oder auch der Tagesverfassung von uns oder unserem Gegenüber ab und natürlich lässt sich darüber streiten, ob es wirklich notwendig ist, Menschen teilweise mit den besten rhetorischen und psychologischen Tricks quasi um den kleinen Finger zu wickeln.
Ich weiß nicht wie’s euch geht, aber trotz allem, glaub ich, bleib ich einfach mal stehen, wenn ich das nächste Mal auf der Mariahilfer Straße von einem/einer FundraiserIn angesprochen werde und hör mir einfach mal an, was die knallig gekleidete Person über ihre NGO zu sagen hat.


Zur Autorin:

Hi 😊
Mein Name ist Anna. Ich bin seit kurzem in die schöne Stadt Wien gezogen und verfolge die Podcasts und Beiträge von urbekannt seit der ersten Stunde. Ich schreibe sehr gerne, da war für mich klar, dass ich nach all den Infos auch gerne mal meinen Senf dazugeben will. 😉
Seit ihr meiner Meinung?


Höre dir hier gleich unsere aktuelle Folge an:


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